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Walpurgisnacht, keltische Kultur, Maibaum - Was feiern wir in der Nacht auf den 1.Mai?

30.04.2020
Walpurgisnacht, keltische Kultur, Maibaum - Was feiern wir in der Nacht auf den 1.Mai?

Normalerweise ist vom 30. April auf den ersten Mai Party angesagt. Doch dieses Jahr ist alles anders und so fängt man an zu reflektieren - infolgedessen habe ich mich selbst ertappt wie ich mich nach bald 26 Jahren meines Daseins zum ersten Mal fragte, was genau wir an diesem Tag eigentlich feiern – Schande über mein Haupt, auch wenn ich mir relativ sicher bin, dass ich hiermit nicht alleine dastehe.

Der geschichtliche Hintergrund

Häufig wird in jener Nacht von der Walpurgisnacht gesprochen. Auch hier muss ich abermals feststellen, dass mir der Begriff zwar geläufig, die Herkunft jedoch völlig unbekannt ist. So habe ich angefangen zu recherchieren und herausgefunden, dass die Walpurgisnacht ursprünglich ein mittel- und nordeuropäisches Fest war und wohl auch unter dem Synonym Hexennacht bekannt ist. Der Sage nach trafen sich Hexen Mitte des 17. Jahrhunderts auf dem Hexentanzplatz bei Thale im Harz, um von dort gemeinsam auf Besen und Mistgabeln zum eigentlichen Schauplatz des Geschehens – dem Brocken oder auch Blocksberg genannt – zu fliegen (Nun erstrahlt für mich auch der Name Bibi Blocksberg in neuem Licht). Dort sollen sie dann Orgien und dekadente Rituale mit dem Teufel höchstpersönlich abgehalten haben – im Zuge dessen frage ich mich, ob die Leute in dreihundert Jahren ebenso entzückt über unsere heutigen Überzeugungen schmunzeln wie ich es gerade tue. Doch um ganz am Anfang der Tradition anzugelangen, muss man nochmal ein wenig an der Uhr zurückschrauben. Die Bewohner des Harzes feierten den ersten Mai bereits in der vorchristlichen Zeit, genauer gesagt in der keltischen Kultur. Anlass: Mit der Nacht auf den 1. Mai endete die Winterzeit, der Sommer wurde eingeläutet.  

Aber warum Walpurgis? 

Mit Argusaugen beobachtete die katholische Kirche diese Feierlichkeiten zwischen 1500 und 1700 und sah sich letztendlich gezwungen sie abzuschaffen. An der folgenden Vorgehensweise erkennt man, dass der Mensch vermutlich schon immer gleich gestrickt war. Wie schadet man der Reputation einer Person oder einer Gruppe am besten? Richtig, man streut hanebüchene Gerüchte. So auch die katholische Kirche, die kurzerhand behauptete nur Hexen würden an dieser Feier teilnehmen. Um dem Ganzen mehr Schärfe zu verleihen, wurden die Teilnehmer auch kurzerhand zur Hexe deklariert und aus der Gemeinde verbannt. Sollte das immer noch nicht genügen, gab es als letzte Instanz noch den Scheiterhaufen. So nun aber zur Namensgebung: Als Vorsichtsmaßnahme, um die jungen Bäuerinnen und Mägde vor dem Kontakt mit dem Beelzebub zu beschützen, kam die heilige Walpurga (710-779) weit nach ihrem Tod noch zu Ruhm und Ehre. Die ehemalige Äbtissin aus Bayern wurde als Schutzpatronin auserkoren – der genaue Hintergrund ist allerdings unklar. Die Gebeine des Leichnams sind nach Walpurgas Tod ins bayrische Eichstätt überbracht worden. Dort liegen die Reliquien auf einer Steinplatte, aus jener Steinplatte quellt offenbar alljährlich eine ölhaltige Substanz heraus, die den Menschen vor aller Anfechtung des Leibes und der Seele bewahrt. Infolgedessen entwickelten sich viele Bräuche und Aberglauben (by the way: Kann mir jemand mal die Mehrzahl von Aberglaube/n verraten?!) mit dem Ziel die Hexen fernzuhalten. So entzündete der eine ein Feuer, der andere läutete Kirchenglocken. Auch das Knallen von Peitschen und das Aufhängen von Misteln, Disteln, dem Walpurgiskraut und Kreuzen an Häusern und Stalltüren verscheuchte die Hexen.

 

Jetzt stellt sich mir noch eine Frage - was hat es dann mit den Maibäumen auf sich?

Die Herkunft dieses Brauches erschloss sich mir beim Durchforsten des Internets nicht so ganz. Die einen berufen sich auf antike Fruchtbarkeitsrituale der indischen und ägyptischen Kulturen, andere wiederum verweisen auf den keltischen Kalender, der mit dem 1.Mai vom Winter- auf den Sommermodus umschaltete. Um diesem Ereignis gerecht zu werden, schmückten die Kelten ihre Ställe, Bäume und Häuser mit frischem Grün. Hört sich für mich alles recht weit hergeholt an, aber sei’s drum. Jedenfalls gelten Maibäume seither als Symbole der Liebe, Zuneigung, Lebensfreude und Fruchtbarkeit, zudem stand der Maibaum in vergangenen Tagen auch für den Wohlstand eines Dorfes und für bürgerliches und gemeinschaftliches Bewusstsein. Umso reicher ein Dorf war, desto größer und prachtvoller waren die Wappen- und Zunftschilder. Außerdem konnten sich die Junggesellen am Maiabend Frauen ersteigern und sicherten sich somit die Ehe im eigenen Dorf. Die Tradition, seiner Angebeteten einen Baum vor, an oder auf ihr Haus zu stellen, entwickelte sich im Laufe der Zeit. Hier gibt es Regeln zu beachten: Man darf seinem Herzblatt zwei Bäume stellen, dann ist man vorerst aus dem Schneider – denn nach dem dritten wird geheiratet! Außerdem werden im Falle eines Schaltjahres die Rollen vertauscht, dann müssen die Damen ihre Männer mit einem geschmückten Baum überraschen.

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