Nachteule-Tabitha blubbrt
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Der Ort, an dem alle sind - Phänomen Social Media

Nachteule-Tabitha
10.05.2019

New York, sagt man, schläft nie. Auf den Straßen der bevölkerungsreichsten Stadt der Vereinigten Staaten von Amerika pulsiert das Leben, wenn die Sonne untergegangen ist noch ein Stück weit mehr als zuvor. An einem Ort mit 20 Millionen Einwohnern ist man spät auf niemals einsam. Aber was wäre, wenn es ein Ort gäbe, an dem 320 Millionen Menschen auf einmal versammelt sind und trotzdem ausreichend Platz füreinander haben? Wenn dort 30 Milliarden Botschaften pro Tag - und in der Nacht - ausgesandt werden könnten, ohne dass das Stimmengewirr zu laut wird, um etwas zu verstehen? Wie wäre es, wenn wir von New York über Sigmaringen nach Dubai fliegen könnten und unsere Liebsten immer bei uns hätten? Und was, wenn es das alles bereits gibt?

Wenn man Social Media in der Google Suchmaske eingibt, erhält man folgendes Ergebnis: Gesamtheit der digitalen Technologien und Medien wie Weblogs, Wikis, soziale Netzwerke u. Ä., über die Nutzerinnen und Nutzer miteinander kommunizieren und Inhalte austauschen können. Für uns im Klartext: WhatsApp, Instagram, Snapchat, der Modeblog, den wir lesen, die Facebookanfragen, die wir verschicken - all das ist Social Media und beeinflusst uns jeden Tag unseres Lebens. Wie stark, das wollte ich in einer von zahlreichen schlaflosen Nächten spät auf herausfinden, in dem ich einen der vielen Vorzüge von Social Media genutzt habe: dass sich Online-Umfragen schnell weiterverbreiten lassen.

55 Prozent der Menschen, die die Umfrage später beantwortet haben, sind wie ich: Social Media, also beispielsweise das Versenden von Snapchat-Bildern oder das exzessive Instagram-Watching, stellt einen großen Bestandteil des Tages, und generell des alltäglichen Lebens dar. Weitere 40 Prozent sehen Social Media immerhin als einen mäßig großen Bestandteil ihres Lebens an. Wie kann es sein, dass ein Wort, dass es Anfang 2000 noch nicht gegeben hat, heute den Alltag von weltweit über 320 Millionen Menschen prägt und bestimmt?

Ich bin 1999 geboren und falle damit sowohl unter die Millenials als auch unter die “Digital Natives”. Sprich: ich habe mehr oder weniger bewusst miterlebt, wie sich die Digitalisierung entwickelt und Analoges ersetzt hat. Dennoch gibt es Begriffe, die für mich und mein Jahrgang klingen wie Namen aus einer anderen Welt. “ICQ”, “LinkedIn”, “SchülerVZ” - an ihnen bin ich vorbeigeschrammt, weil ich in ihrer Hochphase zu jung war und sie danach von der Bildfläche verschwunden sind. Aber mit ihnen hat begonnen, was heute in Form von Instagram, WhatsApp, Facebook, Snapchat und Co vor uns liegt. Der Instant Messaging Dienst ICQ ist 1996, und damit drei Jahre vor meiner Geburt erschienen. “I seek you” - damit war die erste Plattform erschaffen, auf der sich Menschen suchen, finden und unterhalten konnten, ohne ein Limit an Zeichen wie es die gute alte SMS beinhaltete, ohne Umwege direkt zum Empfänger. ICQ existiert bis heute. Obwohl es mit Text- Video und Gruppenchats heute denselben Standard hat wie WhatsApp, sind die Nutzerzahlen schon lange rückläufig. Auch die 2003 folgenden Portale LinkedIn und Xing sind heute nicht in der breiten Masse von Relevanz, waren zum Zeitpunkt ihrer Erscheinung aber nahezu revolutionär. Kostenspiegelige Telefongespräche, knapp gehaltene SMS-Nachrichten und umständliche Fax- und E-Mail-Austausche unter Freunden gehörten plötzlich der Vergangenheit an. Während sich LinkedIn und Xing überwiegend auf die Arbeitswelt konzentrieren, finden junge Menschen ab 2005 in schülerVZ und studiVZ was sie sich wünschen: eine Online-Community, von der Erwachsene ausgeschlossen wurden, in der Schüler derselben und von unterschiedlichen Schulen miteinander in Kontakt traten.

Vielleicht wären schülerVZ und studiVZ so erfolgreich geblieben, wie sie einst waren, hätte nicht ein Jahr vor ihnen der Student Mark Zuckerberg die Vorlesungen im Hörsaal mit Plänen und Ideen verbracht. Mark Zuckerberg ist 2004 19 Jahre alt. Besagter Hörsaal steht in Harvard, Zuckerberg ist dort Student im zweiten Semester. Läuft bei ihm, könnte man meinen, doch das ist längst noch nicht alles. Gemeinsam mit zwei Kommilitonen gründet er Thefacebook als soziale Plattform, auf der sich Nutzer gegenseitig als Freunde hinzufügen und über Posts mit Texten, Bilder und Videos, ihr selbstgestaltetes Profil und einen Instant Messaging Dienst austauschen können. Thefacebook hatte an Tag 1 seiner Erscheinung 600 Anmeldungen - heute sind es über 2 Milliarden aktive Nutzer.

Mit dieser Erfindung scheint der Stein “Social Media” ins Rollen gekommen zu sein. 2005 folgt die Video-Plattform Youtube, 2006 der Kurznachrichtendienst Twitter, der sich im Umfang seiner Posts von Facebook unterscheidet. Instagram wurde 2010 gegründet, im Gegensatz zu Facebook liegt der Fokus dabei auf Bildern.

Jan Koum und Brian Acton. Kaum einer kennt ihre Namen, aber sie haben unser Leben verändert. 2007 wird die Bewerbung der beiden Computerexperten bei Facebook Inc. abgelehnt, 2009 werden sie zu den Erfindern der wohl revolutionärsten App in den Playstores: WhatsApp. In der Online-Umfrage (die ich selbstverständlich auch über WhatsApp publik gemacht habe) bestätigen 97% der Befragten, dass WhatsApp das wichtigste Kommunikationsmittel auf ihrem Smartphone ist - vor SMS oder der Telefonfunktion. Eine Ironie des Schicksals: 2014 wird WhatsApp den Erfindern für 19 Millionen Doller abgekauft - von Mark Zuckerberg, dem Chef des Unternehmers, bei dem Jan Koum und Brian Acton 7 Jahre zuvor keinen Erfolg hatten.

Das Beispiel Snapchat zeigt, dass zwischen der Erscheinung einer App und dem Erfolg, der sie krönt, durchaus eine lange Zeit vergehen kann. 2011 erschien die App, deren Hauptmerkmal das Verschicken und Empfangen selbstlöschender Bilder ist, im Playstore. In meinem gesamten Umfeld wurde sie jedoch erst im Sommer 2014 publik und beliebt. Dies liegt auch daran, dass sie sich zunächst gegen eine Menge anderer Apps durchsetzen musste. Das Angebot im Playstore ist unüberschaubar, nur mit einem Alleinstellungsmerkmal und großem Mehrwert kann sich eine App vom Trend zum Dauerbrenner entwickeln. Das zeigen Apps wie Logoquiz, Zwei-Spieler-Reaktion, 4-Bilder-ein-Wort und allen voran Pokemón Go. Ein paar Monate besitzt sie jeder - dann verschwinden sie still und leise von der Bildfläche. Die Welt der Social Media ist schnelllebig und nur weil eine App sich einmal etabliert hat, sind die Probleme und die Kämpfe um Nutzer nicht vorbei. Auch den App-Giganten WhatsApp und Facebook machen immer wieder Datenschutzgesetze und Sicherheitslücken zu schaffen. Auf die Frage hin, ob sie derartige Kritikpunkte an WhatsApp zum Wechseln zu einer neuen Messenger-App veranlassen würde, antworteten in der Online-Umfrage 77,3 Prozent der Befragten mit Nein. Auch die Ankündigung im Mai 2018, auf WhatsApp sei ab Februar 2019 Werbung zu sehen, stellt für einen Großteil der Befragten keinen Grund zum Wechsel in eine andere App dar, beispielsweise zu Telegramm, Wechat oder Vero.

Dass die Angst der Apps um ihre Nutzer berechtigt ist, zeigen genügend Beispiele. 2013 stellt schülerVZ nach jahrelangem Rückgang der User-Zahlen den Betrieb an. Und auch Facebook verliert - an Nutzern generell und vor allem auch an jungen Menschen. Bei der Onlineumfrage landet Facebook nach WhatsApp, Instagram und Snapchat weit abgeschlagen auf Platz Vier. Da hilft es auch nicht, dass Facebook auf die Story-Funktion von Snapchat und Instagram reagiert hat, ebenso wie WhatsApp. Die 24-Stunden-Bilder aus dem eigenen Leben kommen mittlerweile nur noch bei Instagram so richtig gut an, selbst ihr Erfinder Snapchat landet nur noch auf Platz Zwei. Das Beispiel der Stories, die von vier Apps besessen und nur von zwei begeistert benutzt werden, zeigt, dass das Kopieren einzelner Features nichts bringt. Um den Erfolg aufrecht zu erhalten, muss es immer wieder neue Inventionen geben. Vorausgesetzt, man will überhaupt in der ersten Reihe mitmischen. Auf die Frage, welche anderen Social Media-Kanäle denn noch genutzt werden, erzählten 10,6 Prozent der Teilnehmer der Umfrage auch von Pinterest, Kwick, Jodel, Musically und Myspace. Apps, die im Ranking nicht weit oben stehen, Menschen aber trotzdem miteinander verbinden und Freude bereiten.

Keiner weiß, was das nächste Update bringen wird. In der Schnelllebigkeit der Social Media Welt liegt es an jedem selbst, zu entscheiden, ob Mitlaufen oder Stehenbleiben besser ist. Was bei all den Online-Funktionen nicht vergessen werden sollte, ist der Gang in die wirkliche Welt. Egal ob spät auf oder früh auf, egal ob auf den Straßen von New York oder in Sigmaringen, am Ende ist man doch nie alleine.

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