Nachteule-Michael blubbrt
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Zu Gast in den Bad Saulgauer Werkstätten

Nachteule-Michael
06.11.2018

Ich bin heute spät auf, weil ich in den Bad Saulgauer Werkstätten für Behinderte der OWB von den Schicksalen zweier Menschen erfahren habe, die mich bis jetzt sehr nachdenklich stimmen. Jedem Menschen können Schicksalsschläge treffen. Da ist es doch gut zu wissen, dass es auch für besonders schwere Schicksalsschläge eine Lösung gibt.

Erfahren habe ich hier von zwei Menschen, die nicht von Geburt an eine Behinderung haben. Diese können genauso gut im Laufe des Lebens eintreten, etwa durch Unfälle, Krankheiten oder andere Dinge. Gerade dann sind Menschen nach derartigen Schicksalsschlägen auf Hilfe und Zugehörigkeit angewiesen, so wie es auch in den Bad Saulgauer Werkstätten für Behinderte der Fall ist. In der Einrichtung finden an die 40 Betroffe einen Platz, an dem sie arbeiten, aber gleichzeitig auch Freundschaften knüpfen können. Dort werden in einem sehr familiären Umfeld einige Produkte für die Wirtschaft hergestellt. Mit einem Shuttle werden die Menschen in der Früh abgeholt und arbeiten dort von 8 bis 16 Uhr.

Nach einem kurzen und sehr freundlichen Telefonat hatte ich mich mit Frau Sommer verabredet, um mir diese Werkstatt einmal anzuschauen. Sie ist dort im Sozialdienst tätig und erklärte sich bereit, mich herumzuführen. Als ich die Werkstatt betreten habe, wurde ich von allen Seiten sehr freundlich begrüßt. Es arbeiten dort hauptsächlich Menschen mit geistiger Behinderung.

Frau Sommer war in diesem Berufsfeld schon im Rahmen eines freiwilligen sozialen Jahres tätig und ist danach über eine Zeitungsannonce auf diese Behindertenwerkstatt gestoßen. Neben ihr arbeiten dort mehrere Produktionsleiter, die anweisen, lehren und helfen. Inzwischen ist sie gewissermaßen „die gute Seele" des Hauses und kümmert sich neben der Buchhaltung auch um die vielen Bedürfnisse jedes Einzelnen, und sei es nur ein dringend benötigtes Taschentuch. In der Werkstatt kennt sie jeder, weshalb sie bei unserem kleinen Rundgang nicht darum herumkommt, an jedem Tisch ein kleines Gespräch zu führen.

Einer der beiden Menschen, über deren Schicksal ich wiederholt nachdenken muss, ist seit seiner Krankheit und deren Folgen behindert. Mehrere Institutionen haben versucht seine Krankheit zu heilen, trotzdem muss er nun mit diesen Folgen leben und zurechtkommen. Über diese Werkstatt hat er versucht Fähigkeiten zu erlernen, um auch in der freien Wirtschaft einen Beruf ausüben zu können. Nach mehreren Rückschlägen ist er immer noch hier in Bad Saulgau, wo er aber Anschluss gefunden hat.

In diesem familiären Umfeld werden die Menschen gefordert und bekommen eine wichtige Aufgabe. Mit einer Kantine im Haus ist auch für das leibliche Wohl gesorgt. Dort sind ebenfalls Behinderte angestellt und können somit eine gastronomische Tätigkeit ausüben. In jedem Bereich ist etwas zu tun und jeder findet seinen Platz. Die Menschen können hier ihr ganzes Leben lang arbeiten. Dadurch entstehen Freundschaften und Bindungen, die mehr als nur Bekanntschaften sind. Ab einem gewissen Alter werden auch sie in Rente geschickt.

Für Frau Sommer ist die bedingungslose Herzlichkeit, Offenheit und Neugierde der Behinderten eine tägliche Motivation, in der Einrichtung zu arbeiten. Jeden Morgen wird sie aufs Neue freundlich begrüßt. Ich selbst war bei meiner Ankunft überrascht über den herzlichen Empfang. Wenn ich nun so weiter darüber nachdenke, bin ich froh, dass es solche Einrichtungen gibt. Niemand weiß, was das Schicksal für einen vorgesehen hat. Aber zu wissen, dass es in diesen Fällen immer eine Möglichkeit und Hilfe gibt, ist für mich sehr beruhigend.

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