Im Folterverlies

Nachteule-Michael
05.09.2017
Im Folterverlies

Heimatmuseum Veringenstadt

Ich bin mal wieder spätauf-schlaflos im Gai. Dieser knarzende, schummrige und leicht modrige Dachboden heute geht mir einfach nichtmehr aus dem Kopf. Auch weil die Geschichte, die sich dort zugetragen hat einfach schauderhaft ist. Ich bekomme einfach kein Auge zu…

Als ich heute Nachmittag im Rathaus in Veringenstadt war (ältestes Rathaus der Hohenzollern, erbaut 1415 Adresse: Im Städtle 116 72519 Veringenstadt), um mir Informationen über die dortigen Wanderstrecken zu besorgen, fiel mir im Obergeschoss eine kleine, verschlossene Türe auf, welche mich allerdings nicht weiter beschäftigte. Als ich etwas später das Büro einer sehr freundlichen Mitarbeiterin verließ, schloss gerade ein etwas älterer Herr die vorher erwähnte Türe, die zum Dachboden führt, auf. Spontan sprach ich den Mann an und er sagte mir, dass sich im Dachboden das Heimatmuseum Veringenstadt befinde. Er lud mich ein ihn in die alten Gemäuer zu begleiten und mir etwas zu den Ausstellungsstücken zu erzählen.

M. Saible, der neben den Museumsführungen auch interessante Stadtführungen leitet, brachte mich direkt in einen abgelegenen Seitenflügel des Dachbodens. Auf den ersten Blick fielen mir neben einem alten, löchrigen Gewand auch gruslige, aus Holz gefertigte Hexenfiguren und Folterinstrumente auf. Auch der Raum an sich machte einen geheimnisvollen Eindruck. Es fiel wenig Licht durch die abgedunkelten Fenster und der Staub, der durch die Luft wirbelte war deutlich zu erkennen. Das Gewand, das unter einem dicken Glas in der Mitte des Raumes lag, ist das sog. „Hexen-Hemd“.

Dieses Hemd trug die verurteilte Hexe Anna Bader während ihrem Prozess, der in diesem Dachboden in dem ich gerade stehe, stattfand. Herr Saible berichtete, dass dieses Gewand das letzte erhaltene „Büserhemd“ in ganz Europa sei. Auf Infotafeln im ganzen Raum lassen sich der Prozess und die Foltermethoden, sowie Hinrichtung der „Hexe“ genau nachverfolgen. Auch die Folterinstrumente sind originale aus dem Jahr 1680. Herr Saible hatte in die Protokolle, die noch heute erhalten sind, Einblick und schilderte mir die Geschichte von Anna Baders „Hexen-Beschuldigung“ bis zu ihrer Hinrichtung sehr exakt und ich fühlte mich, auch der Umgebung geschuldet, als wäre ich damals persönlich dabei gewesen. 

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