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Lamm, Hase, bunte Eier - Was hat das mit Ostern zu tun?

12.04.2020

Jeder verknüpft Ostern zwangsläufig mit dem Osterhasen, der die bunten Ostereier versteckt. Doch habt ihr euch schon mal gefragt, woher dieser Brauch eigentlich stammt?

Ein Hase, der Eier versteckt? Da ich mir auf die Schnelle auch keinen Reim machen konnte, welche Verbindungen zwischen Eiern, Hasen und dem christlichen Glauben bestehen, habe ich angefangen mich im Netz ein bisschen schlauer zu recherchieren. Und nicht zuletzt gibt es ja auch noch das Osterlamm.

Der Osterhase

Natürlich kam der Osterhase nicht wie die Jungfrau zum Kind zu seiner Symbolkraft für Ostern. Denn Erzählungen nach galt der Hase als das Tier der Liebesgöttin Aphrodite und der germanischen Göttin Holda. Und diese Überlieferung kommt nicht von ungefähr: Da Hasen die ersten Tiere sind, die im Frühjahr Junge zur Welt bringen, sind sie das ideale Fruchtbarkeitssymbol. Zumal Hasen mit 20 Jungen über das Jahr hinweg auch echte Dauerbrenner sind. Und so lässt sich das Bild vom aufkommenden Frühling mit viel grün, Sonne und neuem Leben wunderbar mit der Fruchtbarkeit des Hasen kombinieren. Übrigens fand der Osterhase bereits erste Erwähnung im Jahre 1682, in einem Werk des Medizinprofessors Georg Franck von Franckenau. In dessen wissenschaftlicher Arbeit versteckte der Osterhase die Ostereier im Garten und sollte die Menschen vor übermäßigem Eierverzehr warnen. Trotzdem war der Osterhase nicht immer so populär wie heutzutage, früher brachten in Bayern der Fuchs und der Hahn die Eier, in der Schweiz der Storch und in Tirol kamen die Eier sogar direkt von der Henne. Dass heute nur noch der Hase übriggeblieben ist, verdanken wir vermutlich der Werbeindustrie. Schnell merkte diese, dass der leckere Schokoladenhase ein echter Kassenschlager war, vor allem in Amerika florierte der Export aus Deutschland als „Easter Bunny“.

Die Ostereier

Ähnlich verhält es sich mit den Ostereiern. Wie kann man die Entstehung neuen Lebens und die Fruchtbarkeit besser verkörpern als in Form eines Eis? Im Christentum wurde das Ei zum Synonym für die Auferstehung Jesu. Von außen wirkt es kalt und tot, doch aus seinem Inneren erwächst neues Leben. Somit stand das Ei symbolisch für das Grab in Jerusalem, aus dem Jesus Christus am Ostermorgen von den Toten auferstand.

Die Tradition des Eierverschenkens geht wohl auf einen Brauch im Mittelalter zurück. Damals mussten die Bauern am Gründonnerstag den Grundherren Steuern und Abgaben in Form von Eiern zahlen. Außerdem hatte das Eierschenken an Ostern für die Christen auch einen ganz praktischen Grund: Während der Fastenzeit war das Verzehren von Eiern nämlich verboten. Auf was hatten unsere Vorfahren dann am Ende des Fastens natürlich Hunger? Richtig, Eier.

Bemalte Eier

Und warum malen wir die Eier an? Auch hier gibt es einige Erklärungsansätze. Greifen wir nochmal das Verbot von Eiern in der Fastenzeit auf. Um diese haltbar zu machen, kochten sie die Leute ab. Dass nach Ablauf der Fastenzeit dann rohe von abgekochten Eiern unterschieden werden konnten, wurden die abgekochten Eier bemalt – ganz schön clever. Da das Ei außerdem bereits in der Antike für Fruchtbarkeit und Leben stand, waren sie ein beliebtes Geschenk, meist in der Farbe Rot, die für Kraft und Liebe stand. Die Christen bemalten Eier andererseits rot, um das Blut Christi zu symbolisieren. Und so entwickelten sich über Jahre neue symbolkräftige Farben und Formen, die uns bis heute erhalten blieben.

Osterlamm

Und dann gibt es da ja auch noch das Osterlamm, ganz schön verwirrend, diese Vielzahl an Symbolen. Doch wie sollte es anders sein, auch das Lamm gilt als Symbol des Lebens, schenkt es doch Speise (Fleisch), Trank (Milch, Käse) und Kleidung (Wolle) in einem, zudem verkörpert das süße Lämmchen auch die Unschuld. Vom Osterlamm war dann bereits im Neuen Testament die Rede. Mit dem Lamm ist Jesus selbst als Lamm Gottes (»Agnus Dei«) gemeint, denn bei Johannes 1,29 steht: „Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt“. Außerdem war es in der Anfangszeit des christlichen Glaubens üblich zum Osterfest ein Lamm zu schlachten, das Fleisch zur Weihe unter den Altar zu legen und es dann am Ostersonntag als Osterbraten zu verköstigen.

Mit diesem neuen Fachwissen kannst du vielleicht nicht in diesem, aber mit Sicherheit im kommenden Jahr beim Familienessen prahlen und in der Gunst deiner Oma um ein paar Prozentpunkte steigen! 

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